Bier & Gesundheit - Lebenswichtige Inhaltsstoffe

Passionierte Biertrinker - und nicht nur die südlich des Weißwurstäquators - wissen es längst: Maßvoller Biergenuss ist gesund. Diese Volksweisheit hat auch eine wissenschaftliche Grundlage, denn wer Bier trinkt, führt seinem Körper zugleich Vitamine, Kohlenhydrate und Mineralstoffe zu. Doch wie gelangen diese Fitmacher in den erfrischenden Gerstensaft?
Des Rätsels Lösung liegt in der "Seele" des Bieres, dem Malz. Es wird aus keimender Gerste gewonnen und liefert die im Bier enthaltenen, wertvollen Inhaltsstoffe. Wichtige Fitmacher sind die leicht verdaulichen Kohlenhydrate des Bieres, aus denen der Körper schnell verfügbare Energie gewinnt. Für Schönheit, aber auch für Gesundheit und Wohlbefinden sorgen die im Bier enthaltenen B-Vitamine: Sie sind nämlich nicht nur wichtig für eine reine Haut und schönes Haar, sondern auch für den gesamten Stoffwechsel, für Nerven, Immunsystem, Blutbildung und Sehvermögen.

Die B-Vitamine gehören zu den Vitaminen, die der Körper nur in sehr geringen Mengen speichern kann. Sie sollten deshalb täglich mit dem Essen und Trinken aufgenommen werden.

Bier enthält außerdem die Mineralstoffe Magnesium und Kalium, die vom Körper benötigt werden, damit Muskeln und Nerven richtig funktionieren. Magnesium unterstützt die Muskeltätigkeit und die Reizübertragung der Nerven. Kalium ist wichtig für Herz- und Muskelfunktion, spielt aber auch bei der Wasserausscheidung aus dem Körper und bei der Regulierung des Blutdrucks eine wichtige Rolle. So kann eine hohe Kaliumaufnahme den Blutdruck senken. Natrium und Kalzium sind dagegen kaum im Bier zu finden. Ein Plus für die Gesundheit, denn Kombination von Kalziumarmut und Magnesiumreichtum beugt Herzerkrankungen, Gallen- und Harnstein vor.
Hopfen schließlich verleiht dem Bier nicht nur die charakteristische Würze. Seine Inhaltsstoffe wirken als mildes, natürliches Beruhigungsmittel, das selbst erregte Gemüter besänftigt. Ein Grund mehr, sich ab und zu erfrischendes und wohlschmeckendes Bier zu gönnen.


Ein moderater Bierkonsum kann die Gesundheit positiv und vorbeugend beeinflussen.

1. Herz-/Kreislauferkrankungen
Menschen, die Bier in Maßen genießen, haben ein erheblich geringeres Risiko (30-40%) für Herz-Kreislauferkrankungen als Antialkoholiker oder starke Trinker. Der „WHO Global Status Report on Alkohol“ (2004) beschreibt dies als „den bedeutendsten gesundheitlichen Vorteil von Alkohol“.

2. Abnehmende Knochendichte (Osteoporose)
Mäßiger Alkoholkonsum hat positive Auswirkungen auf die Knochen und kann somit das Risiko einer Osteoporose und damit von Knochenbrüchen verringern. Untersuchungen haben gezeigt, dass Silizium eine biologische Rolle bei der Gesundheit der Knochen spielt und dass sich möglicherweise durch den Siliziumanteil im Bier diese positiven Effekte erklären lassen

3. Metabolisches Syndrom (Diabetes Typ 2)
Mit mäßigem Alkoholkonsum kann eine Verringerung des Risikos für Diabetes Typ II um 30% einhergehen, insbesondere auch bei älteren Frauen. Noch ist nicht geklärt, wie mäßiger Alkoholkonsum diese Risikoverminderung herbeiführt.

4. Demenzen, Alzheimer und Parkinson
Es gibt zunehmend Anhaltspunkte dafür, dass eine J- oder U-Kurvenförmige Beziehung zwischen Alkoholkonsum und kognitiven Funktionen besteht. Mäßiger Alkoholkonsum im mittleren bis späten Lebensalter wird mit einer besseren kognitiven Leistung in Verbindung gebracht als Abstinenz oder übermäßiges Trinken. Einige Studien zeigen eine beträchtliche Risikoreduzierung (etwa um ein Viertel). Für diese vorteilhaften Wirkungen gibt es einige mögliche Erklärungen, wie die Verhinderung einer Gefäßverengung im Gehirn, die psychologischen Vorteile mäßigen Alkoholkonsums oder das verringerte Risiko eines Diabetes.

5. Stressabbau
Maßvoller Biergenuss baut Übererregbarkeiten ab und wirkt spannungslösend. Für die „stressabbauende“ Wirkung sind u.a. die Persönlichkeit und das Geschlecht des Alkoholkonsumenten, dann die Konsummenge, der Stimmungszustand und die äußeren Bedingungen beim Genuss von Bedeutung.

Bier kann – verantwortungsvoll genossen - als ein Bestanteil einer gesunden Ernährung eines Erwachsenen angesehen werden. Dabei erkennen die deutschen Brauer ohne wenn und ohne aber an, dass in bestimmten Lebenssituationen wie z.B. in der Schwangerschaft, kein Alkohol genossen werden sollte.

Tschechische Wissenschaftler stellen fest:
Bier ist nicht Schuld am “Bierbauch”

Es gibt Legenden, die sind einfach nicht kaputt zu kriegen. Der “Bierbauch” ist zweifelsfrei eine solche – und noch dazu eine, die sich sogar im Duden wiederfindet: “Bierbauch, umgangssprachlich für dicker Bauch”. Doch diesmal führt die Duden-Redaktion ausnahmsweise auf die falsche Fährte. Dicke Bäuche gibt es zwar zuhauf, doch diese Bäuche kommen eindeutig und nunmehr wissenschaftlich erwiesen nicht vom Bier.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Londoner University College*, bei der Tschechen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren untersucht wurden. Die Wissenschaftler haben die Daten von 891 Männern und 1.098 Frauen genauer unter die Lupe genommen, die entweder gar keinen Alkohol oder aber ausschließlich Bier tranken. Bei den Männern lag der durchschnittliche wöchentliche Konsum bei
3,1 Litern, bei den Frauen waren es 0,3 Liter Bier.

Nun prüften die Mediziner das Taille/Hüft-Verhältnis (WHR) und den Body-Mass-Index (BMI) der Studienteilnehmer. Der BMI wird aus Körpergewicht und Größe errechnet und gibt Aufschluss über den Körperfettanteil. Diesen Daten wurde der jeweilige Bierkonsum gegenübergestellt.

Das Ergebnis ist für beide Geschlechter eindeutig: “Bei Männern stehen Bierkonsum und BMI in keinem Zusammenhang”, so die Forscher. Sprich: Männlicher Biergenuss hat nichts zu tun mit dem Leibesumfang. Bei den Frauen sind die Ergebnisse sogar noch erstaunlicher. Denn Frauen, die moderat Bier trinken, sind im Durchschnitt sogar etwas dünner als ihre abstinent lebenden Geschlechtsgenossinnen.

Den österreichischen Mediziner Prof. Dr. Manfred Walzl, der seit Jahren das Bier unter ernährungswissenschaftlichen Aspekten untersucht, überraschen diese Ergebnisse nicht. “Bier hat nach Wasser und Tee die wenigsten Kalorien, daran liegt es also nicht.


Biertrinker sind aber natürlich sozial integrierter und kommunikativer als Abstinenzler, sie sind gesellige Menschen. Und wer gern ausgeht, hat ja auch manchmal Hunger. Davon kommen die Kalorien. Das Bier ist ganz und gar unschuldig – den ‚Bierbauch‘, den gibt’s gar nicht.”

Ein Blick auf die Kalorientabelle zeigt den Unterschied: Bier enthält mit 76 Kilo-kalorien (kcal) pro 200 ml weniger Kalorien als Apfelsaft (96 kcal). Auch Milch ist kalorienreicher (136 kcal), und Rotwein sowieso: Im Rotwein stecken mit 148 kcal doppelt so viele Kalorien wie im Bier. Vergleicht man flüssige mit fester Nahrung, wird die Sache noch deutlicher: Eine einfache Scheibe Roggenbrot mit Butter und Mortadella bringt es mit 357 kcal auf mehr als das Vierfache eines Glases Bier.

Das Bier mit seiner geringen Kalorienzahl ist also nicht verantwortlich für gewisse Leibesfüllen. Da heißt es wohl tatsächlich Abschied zu nehmen von einer guten alten Legende.



*”Beer and Obesity: A cross-sectional Study”, Bobak, Skodova, Marmot.
European Journal of Clinical Nutrition (2003)57, 1250-1253


Mehr Infos: www.bierundgesundheit.com